Kategorie: Unsere Reisen

Chedar Dunes Provincial Park

Chedar Dunes Provincial Park

Nachdem wir am 4. Tag unserer Wohnmobiltour die Confederation Bridge von New Brunswick überquert hatten, waren wir nun auf Prince-Edward-Island. Doch wohin sollten wir fahren? Richtung Osten zum Atlantik oder doch eher Richtung Westen um an der Northumberland Strait zu bleiben.Letztendlich entschieden wir uns, den Weg nach Westen zu nehmen. Durch unendliche Felder zogen sich die Straßen und unser Wohnmobil brachte uns zum spontanen Tagesziel, den Cedar Dunes Provincial Park. Gelegen ganz im Westen der Insel bietet er gleichzeitig auch einen hervorragenden Campground. 

Wie immer, wenn wir unterwegs waren, kamen wir ohne Reservierung an und hatten erneut das Glück, einen Stellplatz für eine Nacht zu ergattern.Nachdem das Wohnmobil aufwendig auf die für uns vorgesehene Stellfläche geparkt war, richteten wir uns mittlerweile schon recht professionell ein. Wasser und Strom anschließen und Slide-out raus. Der erste Weg führte uns zum nahe gelegenen Strand. Und uns blieben die Münder offen stehen. So etwas haben wir noch nie gesehen und auch nicht erwartet. Ein scheinbar endlos langer Strand, rotes Wasser mit Muscheln ohne Ende. Innerhalb weniger Augenblicke hatte jeder die Hände voll mit verschiedensten Ausführungen und Größen. Das Wasser hatte eine Temperatur, da könnte man schon fast von Badewanne sprechen.

Der Campground ist für Kinder ein herrlicher Platz zum toben und spielen. Und was uns am Meisten erstaunt hat, war eine Kinderbetreuung. Hier konnten die kleinen Rabauken zusammen mit den Betreuern allerhand kinderfreundliche Sachen machen. Unter anderem wurde Basteln, Malen und die Natur entdecken angeboten. Leider waren unsere beiden Jungs zu schüchtern und auf Grund der Sprachbarrieren nicht von einer Teilnahme zu überzeugen. Ein weiteres Highlight sollte am nächsten Tag folgen, aber das ist dann ein weiterer Eintrag in unser RV-Travelbook. Mit Fleisch und Würstchen vom Grill und leckeren Beilagen ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Dieses wunderbare Video bietet einen tollen Kurzüberblick über den gesamten Campground im Cedar Dunes Provincial Park.

thanks to 

Marge and Jason


for sharing this incredible video
Werbeanzeigen
Wohnmobil betanken und nach PEI fahren

Wohnmobil betanken und nach PEI fahren

Abenteuer Wohnmobil

Nach dem wir den Vortag auf unserer Tour mit dem Wohnmobil doch recht abenteuerlich am Campingplatz in Maitland beendet hatten, starteten wir den 4. Tag unserer Wohnmobilreise durch Nova Scotia erst einmal mit einem ausgiebigen Frühstück mit Bagels und Frischkäse bei regnerischem Wetter, aber angenehmen Temperaturen.

Das hielt natürlich unsere „Poolboys“ nicht davon ab, in den Pool auf dem Campingplatz zu springen. Etwas durchgefröstelt machten wir uns dann langsam fertig, es stand ja noch eine ordentliche Strecke in unserem Motorhome an. Die täglichen Übungen in Sachen Abbau des Wohnmobils gingen immer besser von der Hand und schnell war alles vorbereitet. Ein letzter Check, und dann ging es los!

Auf dem Weg zum Highway Richtung Prince-Edward-Island (PEI) konnten wir noch einmal das unvergleichliche Schauspiel der Gezeiten an der Bay of Fundy erleben. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, wie es ist, Höhenunterschiede von gut 16 Metern zu haben. Für gewöhnlich sind es in unserer alten Heimat an der Nordsee eher ein, vielleicht zwei Meter. Wahnsinn.

Nova Scotia Bay of Fundy Wohnmobil Tour
Tidenhub an der Bay of Fundy

Wir betanken das Wohnmobil

Kurz bevor wir dann auf den Highway fuhren, stand die erste Tankerfahrung an. So ein Wohnmobil ist ja ein stolzes Gefährt, was aber auch extrem stolz im Verbrauch ist. An der Tankstelle standen wir also eine gefühlte Ewigkeit (meine Frau wollte schon eine Vermisstenanzeige aufgeben), nach ca. 130 Litern war der Tank dann auch endlich mal voll. Respekt, so eine Menge hat noch in keinen Tank gepasst, den wir jemals gefüllt haben.

Ab auf die Insel!

Die Fahrt nach PEI zog sich dann ziemlich langatmig dahin, wir zählten Windräder (ja, gibt es hier tatsächlich, aber man kann sie noch zusammenzählen), machten noch zwei kleinere Pausen, damit die Jungs mal toben konnten und durch New Brunswick kamen wir dem Ziel immer näher. Das Highlight des Tages war die Fahrt über die Confederation Bridge, die das Festland mit Prince-Edward-Island verbindet. Diese überquert die Northumberland Strait und hat eine Länge von 12,88 km. Sehr beeindruckend und Dank unseres Wohnmobils und seiner natürlichen Höhe konnten wir auch den atemberaubenden Blick über die Brückengeländer hinweg genießen. Natürlich hätten wir auch anders fahren und mit der Fähre übersetzen können, aber ehrlich gesagt war uns das ein wenig zu teuer. Außerdem lag es abseits unserer geplanten Route, und wir fühlten uns aufgrund der Dimension unseres Schlachtschiffs doch noch zu unsicher auf einer Fähre. Bestimmt ist diese Sorge unberechtigt, aber für uns hat es so gepasst.

Kanada PEI
Aus dem Wohnmobil geknipst: Die Confederation Bridge nach PEI
Nova Scotia Kanada Confederation Bridge PEI New Brunswick
Über die Confederation Bridge mit dem Wohnmobil

Funfact:

Der Hinweg nach Prince-Edward-Island über die Confederation Bridge ist kostenlos. Erst dann, wenn man die Insel wieder verlässt, wird man zur Kasse gebeten. Preise kann man dem Link zur Bridge entnehmen. Am besten bleibt man also gleich ganz da! 😉

Habt Ihr auch schon mal ein Wohnmobil betankt? Wie sind eigentlich gerade die Benzinpreise in Deutschland? Wir freuen uns auf Eure Erfahrungen und die neusten Benzin-News.

Unsere Reiseroute
Wohnmobilreise durch Nova Scotia: Von Lunenburg zur Bay of Fundy

Wohnmobilreise durch Nova Scotia: Von Lunenburg zur Bay of Fundy

Tag 3: Wohnmobilreise von Lunenburg zur Bay of Fundy

Am 3. Tag unserer Wohnmobiltour durch Nova Scotia begannen wir den Tag mit einem entspannten Frühstück im WoMo. Ausgeschlafen schmiedeten wir Pläne für den neuen Tag.  Und da sollte uns so einiges erwarten. Aber der Reihe nach.

LUNENBURG, Nova Scotia

UNESCO World Heritage Lunenburg

Da wir leider nicht länger auf dem Campingplatz bleiben konnten, bereiteten wir also alles für die Abfahrt vor. Nachdem wieder alles verstaut und gesichert war ging es in die UNESCO World Heritage Stadt Lunenburg. Leider hat uns keiner so richtig davor gewarnt, mit solch einem unhandlichen Gerät wie unser Motorhome durch die engen Straßen von Lunenburg zu fahren. Uiuiui! Wie bereits im vorherigen Artikel erwähnt, sind die Straßen wie die in New York angelegt (Nord-Süd und West-Ost Ausrichtung). Nur kam hier erschwerend hinzu, dass auch Berge dabei waren. Dies hatten damals die Städteplaner im fernen Europa geflissentlich übersehen, daher wurden die Straßen nicht auf die geografischen Gegebenheiten vor Ort angepasst. Auf der Suche nach einem passendem Parkplatz hatten wir ordentlich zu tun, dass Wohnmobil durch die engen Wege (für unser Fahrzeug) zu manövrieren. Ein ums andere Mal sahen wir uns schon auf der Seite liegen, da zur Kurve auch noch stark abfallende Straße hinzukam. PUUUH, was ein Nervenkitzel. Zwei Jahre später, als wir hier schon wohnten, sahen wir einen Reisebus, dem eine solche Abfahrt mit Kurve nicht gelang… Das sah nicht gut aus!! Die Spuren kann man immer noch im Asphalt sehen – so wollt Ihr nicht enden! Aber voilà, wir haben es geschafft, mit dem unhandlichen Wohnmobil die Abfahrten heil zu nehmen. Nachdem diese Erfahrung zu einigen kleinen Herzattacken geführt hatte, fanden wir einen Stellplatz und sind zu Fuß weiter durch die Stadt. Zu Fuß ist sowieso die allerbeste Art und Weise, Lunenburg kennenzulernen.

Ganz schön steil die Straßen in Lunenburg!

Spuren auf dem Asphalt in Lunenburg

Viele kleine Shops und hervorragende Restaurants in den alten Häusern laden zum Stöbern und Verweilen ein. Lunenburg ist die Heimat vieler Künstler von der Lunenburg Academy of Art, die in den Läden ihre Kunstwerke anbieten. Es lohnt sich allemal, die Läden zu durchstöbern! Wer gern selber strickt oder bastelt wird auch fündig, da es auch Läden für den Hobbykünstler gibt. Unseren kleinen Jungs (und dem großen vielleicht auch) wurde es aber irgendwann doch langweilig, durch die Geschäfte zu schlendern, daher machten wir uns auf den Weg zum Hafen. Hier wurden die Waden beim steilen Abstieg der besagten Straßen gefordert. Doch wie gut gefiel es uns am Hafen! Besonders die Wharf mit dem alten Museumsschiff und den Lobsterfallen als Spielgeräte davor hatte es unseren Jungs angetan. Endlich richtig toben, einfach herrlich. Im Shop unter dem Dockside Lobster & Seafood Restaurant haben wir dann die üblichen Souvenirs erstanden. Besonders die typischen, knallroten Stofflobster aus Nova Scotia waren ein begehrtes Ziel bei unseren beiden Kids. Diese waren beim Rückflug übrigens auch bequeme Nackenstützen.

Nachdem wir uns noch ein wenig gestärkt hatten, stiegen wir wieder ins WoMo und fuhren in den Watermarket, welcher uns als Waschsalon empfohlen wurde. Dieser bietet neben einer Wäscherei noch die Möglichkeiten, das Auto zu waschen, Wasser für die großen Spender zu kaufen als auch eigene Weinsets zu erwerben. Ein angenehmer Nebeneffekt: es gab freies WLAN. Back in Civilisation! http://www.southshorewatermarket.com

Quer durch Nova Scotia auf dem Weg zum Bay of Fundy

Nach diesem Abstecher wollten wir uns auf den Weg in Richtung Bay of Fundy machen. Doch halt, was war das? Eine Modeleisenbahnausstellung in Lunenburg? Das mussten wir uns anschauen. Wundervoll, allein der Eingang war den Besuch wert. Aufgemacht wie ein altes Bahnhofsgebäude erstanden wir im Halifax & Southwestern Railway Museum Fahrkarten im Originalstil des frühen vergangenen Jahrhunderts mit unterschiedlichen Zielen, wie Chester, Liverpool (das in Nova Scotia J) oder Halifax. http://www.hswmuseum.ednet.ns.ca

Eisenbahnmuseum in Lunenburg: Miniatur-Eisenbahn Wunderland

Danach gab es eine kurze Unterweisung in Zugsesseln und dann ging es in die Ausstellung. Diese wird von einem passionierten Eisenbahner mit unheimlich viel Liebe zum Detail und Hingabe geführt. Besonders beeindruckt hat uns die Frage nach unserer Herkunft und der Tatsache, dass er einen Atlas mit dem deutschen Schienennetz besaß, in dem er jeden Besucher mit seiner nächstgelegenen Bahnstation vermerkte. Eine wirklich tolle Sache. Und gleich noch ein Schmankerl für unsere Jungs hinterher: einmal Lokführer sein und die Hupe betätigen. Highlight des Tages für beide.

So nun aber weiter Richtung Tagesziel. Wir durchquerten Nova Scotia in Richtung Westen, eigentlich gab es dort nur Gegend. Und Wald. Und noch mehr Bäume.

Auf dem Weg zur Bay of Fundy

Als wir am anderen Ende der Provinz Nova Scotia ankamen sahen wir gleich, dass die Landschaft anders ist als an der South Shore. Die Erde ist im Norden rot, und der starke Tidenhub verändert die Landschaft nachhaltig. Wer gern Wildwasserfahrten macht oder mal auf dem Meeresgrund ein leckeres Essen genießen möchte (natürlich bei Ebbe), der ist an der Bay of Fundy richtig. An Ebbe und Flut unseres Heimatmeeres Nordsee gewöhnt beeindruckte uns der Unterschied von Hoch- und Tiefwasser von 16 m sehr, aber leider fanden wir keine Abstellmöglichkeit zum Übernachten, und der Tag näherte sich schon dem Ende, weshalb wir nicht so lange warten konnten, den gesamten Ablauf des Tidenhubs zu sehen. Vermutlich ist die Landschaft in Richtung Südwesten (Richtung Annapolis Valley) noch spektakulärer, aber wir wollten nur noch einen Stellplatz, Gezeiten hin oder her!

Bay of Fundy: Flut

Wieder einmal verließen wir uns auf unser Glück, einen Campingplatz ohne Reservierung zu finden. Dies führte uns schließlich zum Maitland Family Campground. Ein kleiner aber wirklich feiner Campingplatz mit sehr relaxten Betreibern. Einziger Wermutstropfen: wir konnten nicht mit Kreditkarte bezahlen. Dumm für uns, dass wir nicht ausreichend Bargeld dabei hatten. Ein E-mail-Transfer (ja das gibt es tatsächlich) wurde verständlicherweise von unserer deutschen Bank nicht akzeptiert, PayPal war unbekannt, der Geldautomat in der Walachei wollte uns kein Geld geben, also einigten wir uns mit den Besitzern darauf, mit US-Dollar zu bezahlen, die wir zufällig noch von der letzten USA-Reise in unserem Brustbeutel fanden. Äußerst interessant. Aber gut, es hat geklappt also schnell vor dem Regen den Grill raus, Fleisch drauf, ab in die Bude und dann ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren.

Endlich den Campingplatz Maitland erreicht!

*Dieser Beitrag enthält Affiliates. Wenn Ihr über den Link ein Produkt kauft, bekommen wir eine kleine Provision, die unseren Blog am Leben hält. Für Euch ändert sich der Preis nicht! Danke, dass Ihr ein Kleinunternehmen unterstützt.

Catch Instagram Feed Gallery & Widget

Unsere Reiserouten
Wohnmobiltour durch Nova Scotia: Von Peggy’s Cove nach Lunenburg

Wohnmobiltour durch Nova Scotia: Von Peggy’s Cove nach Lunenburg

Wohnmobiltour durch Nova Scotia – South Shore: Von Peggy’s Cove nach Lunenburg

Foggy Peggy's Cove
Peggy’s Cove im Nebel

Am 2. Tag unserer Wohnmobiltour durch Nova Scotia fuhren wir entlang der wunderschönen South Shore vom legendären Peggy’s Cove nach Lunenburg. Ja, Ihr habt richtig gelesen und wir haben uns nicht verschrieben! Lunenburg und Lüneburg sind zwei verschiedene Orte. 😉

Kaum angekommen, schon gefangen in „Haven’s“ berühmten Nebel!

Nach einer eher kurzen ersten Nacht im Wohnmobil waren wir alle recht früh wach. Das gab uns die Möglichkeit, einmal in Ruhe den Campingplatz von Peggy’s Cove zu erforschen. Aber da war er wieder, dieser unglaubliche Nebel! Wie eine Glocke legte er sich über die Umgebung und umgab alles mit einer seltsamen Ruhe. Da wir abends auch im Nebel angekommen waren konnten wir nur mutmaßen, wie groß der Campingplatz war und es war immer wieder merkwürdig und lustig, wenn quasi aus dem Nichts andere Campingplatzbesucher auftauchten. Wir fühlten uns ein wenig wie in der Sci-Fi Serie „Haven“, wo sich ja auch ständig seltsame Dinge zutragen. In einigen Folgen ist die fiktive Stadt „Haven“ von einem ominösen Nebel von der Außenwelt abgeschlossen, und genau so sah es nun an unserem ersten Morgen auf dem Campingplatz in Peggy’s Cove in Nova Scotia aus. Waren wir etwa schon mitten drin in den „Unruhen“? Ahhhhhh!

Fog South Shore Nova Scotia
Nebel an der South Shore Nova Scotias

Nach einem kurzen Spaziergang zum Wasser und dem kleinen Spielplatz gab es erst einmal ein leckeres Frühstück. Wir aßen Bagels mit Frischkäse und Marmelade und tranken erstmal einen leckeren Kaffee. Danach machten wir uns in Ruhe fertig, WoMo abklemmen, Abwassertank leeren und auf ging es ins nahegelegene Peggy’s Cove. Es bestätigte sich die Weisheit, wer früh kommt, hat mehr davon. Wohl dem, der kleine Kinder hat und früh aus der Koje geworfen wird.

Mit dem Wohnmobil zu Peggy’S Cove Lighthouse

Viel ist über diesen magischen Ort, das Wahrzeichen – der Leuchtturm von Peggy’s Cove – schlechthin von Nova Scotia geschrieben worden, aber man muss es selbst erlebt haben, um es in seiner ganzen Wirkung und Schönheit zu erfahren. Über kleine verwunschene Straßen kamen wir auf dem Parkplatz an. Und da stand er. Rot-Weiß, auf den Felsen über dem Meer.

Peggy’s Cove Lighthouse@virtual-language-lighthouse

Absolut ruhige See und der mittlerweile bekannte Nebel gaben dem Ganzen noch etwas zusätzlich Mystisches. Nahezu noch allein konnten wir dieses Naturschauspiel voll und ganz auf uns wirken lassen. Selbstverständlich kletterte unser Großer gleich erstmal über die Felsen, gefolgt von dem Kleinen, wobei es für ihn noch sehr mühevoll war. Ausgelassen liefen nun alle zum Leuchtturm, um ihn einmal anzufassen und natürlich auch die obligatorischen Fotos zu machen. Nur eines trübte etwas die Stimmung. Das Postoffice hatte leider nicht auf, sodass wir keine Karten nach Deutschland schicken konnten. Egal, ein kleiner Besuch im Souvenirshop entschädigte uns und nach ca. 2 Stunden machten wir uns wieder auf den Weg. Weiter in Richtung Lunenburg.

Das “Grey Gull”

Glücklich und zufrieden machten wir uns nach einem kleinen Snack auf den Weg. Die Straße, die legendäre Lighthouse Route, schlängelte sich wunderbar am Meer vorbei, immer wieder gab es kleine Buchten, einsame Strände und tolle Ausblicke zu sehen. Wir fanden es wirklich sehr praktisch, dass an den Buchten eigentlich immer auch ein Parkplatz oder Viewpoints vorzufinden waren, wo wir ganz bequem mit unserem großen Wohnmobil parken konnten. Und wer im Sommer schon mal an den deutschen Küsten unterwegs war, den wird erfreuen, dass die Strände kaum besucht und die Parkplätze umsonst waren… Ein Träumchen! Hinter dem Ort Hubbards ging es dann weiter am Meer entlang. Und endlich, endlich waren wir da.

Da stand es. Das Haus, mit dem alles angefangen hat.

DAS GREY GULL – HAVEN’S BEST RESTAURANT AND BAR

Wir hatten es tatsächlich gefunden. Als eingefleischte Havenities (Fans der Serie „Haven“) wurde für uns ein Traum war. Dieser unglaubliche Ort, diese fantastische Lage direkt am Meer. Man konnte förmlich spüren, wie die „Unruhen“ auch hier ihr Unwesen trieben. Gebannt standen wir eine gefühlte Ewigkeit da und ließen es einfach auf uns wirken. Wie die Protagonisten der Serie hier einen Teil ihres „täglichen Lebens“ verbrachten. Und zu unserer Verwunderung war es tatsächlich zu verkaufen. Schon begannen wir zu träumen, wie es wohl wäre auf dem Deck zu sitzen und auf das Meer zu blicken. Morgens mit einer Tasse Kaffee in der Hand den Tag entspannt zu starten. Bei einem weiteren Besuch im Oktober 2017 durften wir sogar in unser Traumhaus rein, aber dazu mehr in einem anderen Beitrag. 😉

 

Update 13/11/18: Das legendäre Grey Gull ist verkauft! (Leider nicht an uns!).

Haven’s Grey Gull: What a view!

Leider geht jeder Traum mal zu Ende, also alle wieder rein ins Wohnmobil und schweren Herzens fuhren wir weiter. Aber unsere Laune steigerte sich schnell wieder, als wir nur wenige Kilometer weiter an einen wunderschönen Strand kamen: Bayswater Beach Provincial Park. Auf dem Parkplatz, der genügend Platz für unser Schlachtschiff hatte, nutzten wir wieder die uns gegebenen Möglichkeiten, sich im WoMo umzuziehen und schon waren wir in den Fluten. Herrlich, eine äußerst willkommene Abwechslung.

CHESTER – oder Haven? – in Nova Scotia

Nachdem wir wieder im Wohnmobil waren und uns landfein gemacht hatten, ging es weiter auf unserer Tour durch Nova Scotia nach Chester. Im Chester Visitor Information Center (http://www.chestertourism.ca) half uns eine nette junge Dame, die Drehorte von „Haven“ zu finden. Hier wurden nämlich große Teile der Serie gedreht und es war interessant zu sehen, wie sich die Drehorte in die einzelnen Folgen einfügten. Das Kino, das Café, die Redaktion des „Haven Herold“ etc. Interessierte können sich gern Originalfotos vom Dreh der Serie „Haven“ auf der Webseite „Musik-Side“ von Fotograf Klaus Langner (https://musik-side.de/) unter der Rubrik „Haven“ (Passwort HavenFamily) anschauen. Klaus hatte das große Glück, den Stars der Serie ganz nah kommen zu können. Vorbeischauen lohnt sich!

Das Kino in Haven
Der Pavillion in Haven, ähm Chester
Relax in Chester, Nova Scotia

An sich ist Chester ein gemütliches kleines Städtchen, etwas verschlafen, aber unheimlich liebenswert. An der Marina verweilten wir eine Weile und beobachteten das „geschäftige Treiben“ der Segler und Motorbootfahrer.

Mit dem Wohnmobil nach Mahone Bay

Am frühen Nachmittag verließen wir dann Chester und fuhren mit unserem Wohnmobil weiter der Lighthouse Route folgend in Richtung Mahone Bay (https://www.mahonebay.com), bekannt für seine drei prägnanten Kirchen (The Three Churches).

The Three Churches of Mahone Bay, Nova Scotia

Geparkt direkt vor einer dieser Kirchen – wir können eigentlich noch immer gar nicht fassen, dass die Parkplatzsituation so entspannt ist! – schlenderten wir in Richtung „Downtown“. In Mahone Bay finden sich viele niedliche Shops, in denen wir handgemachte, individuelle Mitbringsel und Souvenirs kaufen konnten. So langsam bekamen wir Hunger und deshalb gingen wir zu JoAnn’s Deli Market Bakeshop (www.joannsdelimarket.ca). Ein Gourmet Bio-Deli Tempel mit allerlei kreativen Leckereien, die Auswahl fiel uns schwer! Wir entschieden uns endlich für ein Sandwich (was überhaupt kein Ausdruck für die Geschmacksexplosion ist), die Kinder bekamen Eis aus der „I.C.U.“ – augenzwinkernd wird hier die englische Abkürzung für Intensivstation verwendet, um auf der „Eisnotfallstation“ seinem Eis-Mangel auszugleichen. Einen besseren Ort zur Genesung kann man sich wohl kaum vorstellen. Nach der Stärkung auf Joanns „Intensivstation“ besichtigten wir noch eine der Kirchen, die St. John’s Lutheran Church (die weiße, mittlere der drei Kirchen), in deren Innenraum uns eine wohlige Kühle umgab und wo wir uns an den atemberaubenden, äußerst kunstvoll gestalteten Kirchenfenstergläsern, die von biblischen Geschichten erzählen, erfreuten. Nach dem geschäftigen Treiben in dem liebenswerten Mahone Bay kamen wir hier alle zur Ruhe und konnten uns auch spirituell gestärkt wieder auf den Weg machen.

St. John’s Lutheran Church in Mahone Bay
Bleiglasfenster St. John’s Lutheran Church, Mahone Bay

Mit dem Wohnmobil nach LUNENBURG

Und so kamen wir am späten Nachmittag in Lunenburg / HAVEN an. Lunenburg dient in der Serie als fiktive Stadt Haven. Die typische Silhouette mit den Holzhäusern vom Wasser aus gefilmt ist schon etwas Besonderes. Nun blieb eigentlich nur noch die Frage, ob wir auf dem Campingplatz noch eine Stellfläche finden? Da wir uns nicht an eine vorher angefertigte Reiseroute halten mochten, hatten wir bewusst auf Reservierungen verzichtet. Was für ein Abenteuer! Ohne Reservierungen und Buchungen mit dem Wohnmobil durch Kanada. Aber tatsächlich ist das in Nova Scotia gar nicht soooo ungewöhnlich und so gab es glücklicherweise auch am gut besuchten und sehr gepflegten Campground Lunenburg Board of Tradeeinen Stellplatz (http://www.lunenburgns.com/campground/). Hier konnten wir unser Wohnmobil abstellen, anschließen und hatten sogar noch die Möglichkeit, zu Fuß die Stadt zu erkunden, da der Campingplatz direkt an der Stadt liegt. Puuuhhh ganz schön bergig hier. Das hat uns keiner gesagt, dass es hier steiler als in manchen Bergregionen ist. Auf dem Weg zur Wharf kamen wir an einem äußerst interessanten Haus vorbei. Die Ironworks Distillery (www.ironworksdistillery.com).

Ironwork’s Destillery in Lunenburg, Nova Scotia

Eine kleine, privat geführte Brennerei von sehr anspruchsvollen Likören verschiedenster Geschmacksrichtungen, Gin und Rum. Weiter ging es dann zum Hafen und in die umliegenden Straßen. Da es selbst am frühen Abend noch sehr warm war, führte kein Weg am Eisladen vorbei. Eine große Auswahl verschiedenster Sorten machte uns die Entscheidung nicht gerade leicht, aber schlussendlich hatte jeder seinen Favoriten im Becher bzw. in der Waffel. Ein wenig abgekühlt schlenderten wir langsam zurück zum Campingplatz (natürlich nur bergauf ) und ließen den Abend bei Grillfleisch und Salat ausklingen. Natürlich kamen wir nicht daran vorbei, den Himbeerlikör zu probieren.

Noch einmal erinnerten wir uns an das am heutigen Tage Erlebte und Gesehene. Bald kehrte Ruhe ein und wir sahen neuen Abenteuern am nächsten Tage entgegen.

Warum heißt Lunenburg eigentlich Lunenburg? Und warum sind die Straßen hier so schnurgerade, und das obwohl die Stadt auf einem Berg liegt? Und was macht man eigentlich, wenn der riesige Wohnwagen plötzlich eine steile Abbiegung nehmen muss? All diesen Fragen gehen wir im nächsten Beitrag nach.

Unsere Reiseroute
Wohnmobiltour durch Nova Scotia – Von Halifax nach Peggy’s Cove

Wohnmobiltour durch Nova Scotia – Von Halifax nach Peggy’s Cove

Wohnmobiltour durch Nova Scotia – Von Halifax nach Peggy’s Cove

Peggy’s Cove Lighthouse im Nebel

Da waren wir nun also unterwegs auf unserer Wohnmobiltour durch Nova Scotia. Wir wollten an diesem Tag noch einiges erleben, als wir gegen Mittag von der CanadreamWohnmobil Vermietstation in Halifax/Dartmouth gen Peggy’s Cove losfuhren. Doch so ganz auf leerem Magen kann man keine langen Touren machen. Also erst einmal an den ersten Supermarkt ranfahren und die Kunst des Einparkens mit dem Wohnmobil erlernen. Glücklicherweise sind die Straßen und die Parkplätze in Kanada für solche Wohnmobil-Gefährte ausgelegt, also vorwärts rein in die vier Parklücken und los ging es. Eine Stunde später dann standen wir mit zwei vollen Einkaufswagen und ein paar Kanadischen Dollar weniger wieder auf dem Parkplatz. Schnell alles einladen und verstauen und im Anschluss das erste Picknick im Wohnmobil! Dass man gleich nach dem Einkaufen ein wenig futtern kann fanden besonders unsere Jungs ganz toll.

Raus aus Halifax auf die Lighthouseroute

Frisch gestärkt machten wir uns weiter auf unserer Wohnmobiltour durch Nova Scotia auf den Weg in Richtung Downtown Halifax um den ersten Spirit der Stadt zu erfahren. Wir waren dann aber doch noch ziemlich aufgeregt, mit dem Wohnwagen durch die Provinzhauptstadt zu kurven. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt mit gehörigem Respekt ob der Dimensionen ging es dann weiter in Richtung Süden.

Yachten und Buchten rund um Halifax

Durch die Vororte steuerten wir das Wohnmobil weiter raus in die ländliche Gegend und wir bekamen den ersten Eindruck von dem, was uns erwarten sollte. Hinter jeder Kurve eine neue, aufregende Entdeckung. Buchten mit Marinas und kleine einsame Strände wohin das Auge blickte. Eine faszinierende Landschaft umgab uns von unserem Wohnmobil aus und an jeder noch so kleinen Möglichkeit mussten wir halten und diese Ausblicke einfach genießen. Unglaublich.

Purcells Cove und Herring Cove Provincial Park

Der erste ausführliche Stopp war dann im Herring Cove Provincial Park. Vom Parkplatz aus ging es über einige Meter über verschlungene Pfade und riesige, seltsam glatte Steine ans Wasser. Eine herrliche Ruhe umgab uns hier. Und wie wir feststellten wohl auch ein beliebter Treff für Frischverliebte

Herrings Cove Provincial Park Nova Scotia

Wir stellten uns die Frage, warum nicht einfach hierbleiben, es ist doch beinahe perfekt. Aber es warten doch noch weitere tolle Überraschungen auf uns. Also wieder rein in das WoMo und weiter ging es. Die Kamera bekam keine Pause, alles mussten wir fotografieren, so beeindruckend war es.

Herrings Cove Nova Scotia

Unser Tipp: Crystal Crescent Beach mit dem Wohnmobil

Weiter ging es vorbei an kleinen Orten und Fischerdörfern wie Portuguese Cove, Duncan’s Cove, Ketch Harbour nach Sambro. Von hier ging eine unscheinbare Straße zu einem der schönsten Strände, die wir während der gesamten Zeit gesehen haben: Crystal Crescent Beachim gleichnamigen Provincial Park.

Bei den hochsommerlichen Temperaturen von fast 30 Grad wollte keiner nur gucken. Also Umziehen im Wohnmobil (ein super Vorteil wenn man den Kleiderschrank und die Verpflegung dabei hat) und ab an den Strand und in die Fluten. Gut besucht von jung und alt war es eine herrliche Abkühlung im ca. 18 Grad kalten Atlantik. Ein komisches Gefühl, auf der anderen Seite ist Europa!

Crystal Crescent Beach, Nova Scotia
Crystal Crescent Provincial Park Nova Scotia

Und wieder war die Lust, noch einmal ins Wohnmobil zu steigen und weiter Richtung Peggy’s Cove zu fahren gleich null. Können wir nicht einfach hier stehen bleiben und übernachten? Wir haben doch alles dabei? Könnten wir wohl schon, doch dann fiel uns ein, dass ja der Weg das Ziel ist auf unserer Wohnmobiltour durch Nova Scotia, und es gab ja noch so viel zu entdecken… Frisch abgekühlt und gestärkt von einem weiteren Picknick ging es weiter. Da keine direkte Verbindung in Richtung Campingplatz bei Peggy’s Cove bestand, ging es nun wieder zurück in Richtung Halifax. Von da aus gelangten wir wieder in Richtung Süden und kamen anProspectvorbei.

Peggy’s Cove im Nebel

Der Nebel in Peggy’s Cove

WAS IST DAS? NEBEL? In der Tat, aus dem nichts tauchte der berühmt berüchtigte Nova Scotia Nebel auf. Obwohl wir im hohen Norden Deutschlands ja an Nebel gewöhnt sind hatten wir einen solch schnell aufziehenden, richtig gehend hexenküchenartigen Wabernebel noch nicht erlebt. Eben noch Sonnenschein und auf einmal eine gespenstische Umgebung, sodass man dachte, gleich würde doch noch Hauke Haien aus Nordfriesland auf seinem Schimmel vorbei reiten. Der ganze Ort kam uns dadurch sehr mystisch und spannend vor. Genug Stoff für Spökenkiekerei! Doch nur eine Kurve weiter war der Spuk vorbei und der Himmel erstrahlte im schönsten Sonnenschein. So

Die Nebel von Nova Scotia

ging es dann auch immer weiter: hier Nebel und kurz darauf wieder Sonne.

Campingplatz in der Nähe von Peggy’s Cove

Nun aber weiter, auf zum letzten Teil des Trips. Hoffentlich bekommen wir noch einen Stellplatz auf einem Campingplatz in der Nähe von Peggy’s Cove. Einige Wegrundungen war er auch schon zu sehen, der bekannte rot-weiße Leuchtturm, eines DER Wahrzeichen Nova Scotias.

Leicht vom Nebel eingehüllt konnten wir ihn dennoch unverwechselbar erkennen. Da es schon ein wenig spät war und wir noch im Hellen unser Wohnmobil parken und für die Nacht präparieren wollten, ging es auf direktem Wege zum nächsten Campingplatz. Glücklicherweise gab es tatsächlich noch einen Stellplatz für uns, also schnell bezahlen und dann einparken. Auch hier merkt man wieder einmal die Abmessungen des Wohnmobils, gut, dass wir Platz und Hilfe hatten. Schnell noch den Strom und das Wasser anschließen (wie war das gleich noch?!) und dann konnten wir den Tag bei einem gemütlichen Abendessen im Wohnmobil Revue passieren lassen. Die Jungs waren noch völlig aufgedreht und so dauerte es eine Weile, bis sich Ruhe und Müdigkeit ihren Weg schlugen und alle eingeschlafen waren.

Nebel in Nova Scotia
Unsere Reiseroute
%d Bloggern gefällt das: